Praxis als Sakrament

Im 8. Kapitel von „The shaping of things to come“ schreiben Frost/Hirsch über „Action as Sacrament“. Für mich eines der wichtigsten Kapitel in dem mit guten Einsichten gespickten Buch. Dass Spiritualität/geistliches Leben/Kontemplation ihr bestes Umfeld dort haben, wo man sich an der Wirklichkeit abarbeitet, ist eine wirklich hilfreiche These. Ebenso hilfreich und nötig die Kritik an westlicher Spiritualität, die tendenziell individualisiert und vor allem passiv-rezeptiv angelegt ist.
Ob man der These zustimmen mag, dass Aktion/Praxis ein Sakrament ist, hängt letztlich vom jeweiligen Sakramentsbegriff ab und ist deshalb keine so interessante Frage. Aber die Einsicht „the missional action is a supreme source of spiritual insight and experience“ beseitigt doch viele falsche Gegensätze. Ebenso hilfreich der Gedanke, dass es uns die Tat erlaubt, Gott überall zu finden (das ist der Hintergrund der These „Action as Sacrament“).
Schließlich auch die Beschreibung, dass es viele Bücher mit Anleitungen gibt, wie man es machen sollte, aber wenig real funktionierende Modelle. Und dann der entschlossen angefügte Satz „This must change. There needs to be a whole lot more action, and we believe that only in actually doing it will the church discover God in a new way.“
Ich glaube, dass wir zu einer Ehrenrettung der Tat, der Aktivitäten (ja, ja) und überhaupt der missionalen Praxis kommen müssen. Irgendwann vor langer Zeit habe ich mal gehört, wie in einer Diskussion einer (ich glaube, es war Helmut Gollwitzer) ungefähr sagte: „warum habt ihr uns das Tun madig gemacht?“
Irgendwie haftet der Tat doch immer dieser Hauch von Selbstrechtfertigung oder von „arbeiten für Gott, statt mit ihm zusammenzusein“ an. Ok, zu viele Leute arbeiten sich an den falschen Sachen ab, versuchen oft nur, es anderen recht zu machen, und vielleicht gibt es ja wirklich die Leute, die sich damit bloß profilieren wollen. Aber eigentlich denke ich, dass Aktion fürs geistliche Leben sehr wichtig ist und oft die Massstäbe zurechtrücken kann (solange man auch noch hinterher sich ausruhen, beten und nachdenken kann). Vor allem aber: dass man mitten in einem sinnvollen Einsatz Gott oft sehr nahe kommt, das könnte ich bestätigen. Wie geht es euch damit?

Ich habe das Kapitel für unsere Gemeinschaft übersetzt. Wahrscheinlich ist es aus Urheberrechtsgründen nicht erlaubt, das hier ins Netz zu stellen, aber wer die Übersetzung haben möchte, kann mir mailen.

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1 Response to “Praxis als Sakrament”


  1. 1 petersemenczuk 19. November 2007 um 18:43

    Christus hat vom Himmel aus, nur ein Sakrament dem zu Ihm kommenden und IHN aufnehmenden Menschen und Gemeinden gestiftet und wird es auch einfordern.Christus ruft allen Menschen zu:
    „SIEHE ich stehe vor der Tür und klopfe an. SO jemand meine Stimme hören wird und die Tür auftun, zu dem werde ich eingehen und das Abendmahl/Eucharistie mit ihm halten und er mit mir“.
    Dieses von Christus gestiftete Sakrament, ist das Sakrament der Inneren geistigen Verbindung, Vereinigung und Gemeinschaft mit dem inneren Christus, der als Geist in die Herzen und Gewissen seiner von Ihm erlösten, gereinigten und geheilgten neuen Kreaturen Gottes eintritt, so wir auf sein Wort und Bitte achten.
    Dieses ist weit mehr als das, was die von Gott und seinem Geist und Wort abgefallenen Religionen, Kirchen, Tempeln und Sekten predigen und selber erfahren haben vom Kleinsten bis zum größten, denn dann sehe es seit dem Entschlafen der ersten und wahren Jünger, Aposteln und Propheten Gottes, anders auf dieser Erde und unter den Menschen aus.
    Besitzen geht über Bekennen, und über den Heiligen Geist in der Verbindung mit dem wahren Wort Gottes zu predigen im allerheiligsten Glauben,schafft neue Kreaturen Gottes, die Christus, in ihrem hören und aufmerken ,was der Geist den Gemeiden zu sagen hat.
    Wenn wir die Verklärung Jesu Christi betrachten, wie Gott sich zu seinem Sohn bekannte und ihm das zweite Zeugnis vor Pertus, Johannes und Jakobus ausstellte indem Gott sagte, was auch uns im 21-ten Jahrhundert noch gilt:
    „DIES ist mein lieber Sohn, an welchem ich Wohlgefallen habe,
    Den sollt ihr hören“. Matthäus Kapitel 17,
    Mose zeugte in gleicher Weise von diesem Christus und wahren Propheten Gottes und sprach, was Petrus wiederholte in seinem Zeugnis vor dem Volk nachdem er die Geistgeburt erfahren hat:
    Denn Mose hat gesagt zu den Vätern:
    „Einen Propheten wird euch der Herr, euer Gott, erwecken aus euren Brüdern gleichwie mich, den sollt ihr hören in allem, was er zu euch sagen wird.
    Und es wird geschehen, welche Seele denselben Propheten nicht hören wird, die soll vertilgt werden aus dem Volk/Gottes“.
    Wenn Gott schon durch Mose, von dem Sakrament der inneren geistigen
    Vereinigung, Verbindung und Gemeinschaft mit Christus sprach und einforderte, so können wir auch heute gewiss sein, dass wir es auch erreichen können und müssen,wollen wir nicht verloren gehen.

    Gott wird niemals, von dem natürlichen und ungeistigen Menschen und Sünder, etwas einfordern und erwarten, wenn wir es nicht vermögen zu tun.
    Gott bewahre uns vor Unterstellungen, dem wahren und lebendigen Gott gegenüber.
    Darum ist das Leben und Gemeinschaft mit dem wahren,lebendigen und gegenwärtigen Christus zu allen Zeiten, die PRAXIS der wahren Wieder-geburtschristen und Jünger Jesu Christi.

    Praxis kann nur von dem Christen ausgeübt werden, der zu dem von Christus gestifteten Sakrament, berufen wurde, zubereitet wurde, und erwählt wurde durch den wahren Christus.
    Hier wird die wahre Saat Gottes auf Erden sichtbar und hörbar!
    Peter Semenczuk
    Autor und Herausgeber christlich-theologischer Publikationen im Internet und Selbstverlag


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